Schulprogramm

In Achtung miteinander leben


Wir verstehen unsere Schule als Lern- und Lebensraum, in dem es gilt, eine Kultur des Zusammenlebens zu pflegen. Die Erziehung zu gegenseitiger Achtung, Respekt, Toleranz, Kritikfähigkeit und Hilfsbereitschaft ist für uns eine tägliche Herausforderung. Dabei helfen Rituale und Regeln.

Rituale sind verbindliche Orientierungspunkte im Zusammenleben für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Sie vermitteln Verlässlichkeit und Halt und sie sorgen dafür, dass Abmachungen für das Organisieren der Arbeit und für das Miteinander nicht immer wieder neu getroffen werden müssen.

Regeln helfen, damit das Zusammenleben in der Schule als Gemeinschaft gut funktioniert. Abgesprochene Regeln und das Erleben von klaren Strukturen bilden die Grundlage für ungestörtes Lernen. Regeln bieten Sicherheit, sie gewährleisten Voraussehbarkeit für das eigene und das Verhalten anderer, sie verhelfen zu innerer Ruhe. Dabei kommt der Lehrkraft eine besondere Verantwortung zu. Durch ihren Umgang mit Schülerinnen, Schülern, Kolleginnen und Eltern vermittelt sie die Werte des gemeinsamen Miteinanders und lebt sie vor. Wichtig ist eine regelmäßige Selbstreflexion der Schülerinnen und Schüler darüber, wie die Regeln im Unterricht eingehalten wurden.

Demokratie lernen: Klassenrat, Schulversammlung und Streitschlichtungsmodell

Im Klassenrat, der Schulversammlung und im Streitschlichtungsmodell bieten wir den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit in ihrem Schulalltag Demokratie zu leben.
Der Klassenrat findet einmal wöchentlich statt. Die Schülerinnen und Schüler sammeln ihre Themenvorschläge: mir gefällt – mir gefällt nicht – ich schlage vor. Die Beschlüsse des Klassenrats werden schriftlich festgehalten und in der nächsten Klassenratssitzung überprüft. Der Klassenrat kann sich mit Vorschlägen und Anliegen an die Vertreterinnen und Vertreter der Schulversammlung wenden. An der Schulversammlung nimmt die ganze Schule teil. Sie findet mehrmals im Schuljahr statt. Dort werden Regelungen vereinbart, die alle betreffen.
Im täglichen Umgang miteinander gibt es immer wieder Streitigkeiten.
Das Streitschlichtungsmodell „Vier Schritte zur Streitlösung“ hilft bei der Konfliktlösung. Es findet im Klassenrat statt:
1. Schritt: A erzählt den Streit. B erzählt den Streit.
2. Schritt: A und B tauschen die Plätze und erzählen den Streit aus der Sicht des anderen.
3. Schritt: A macht Lösungsvorschlage. B macht Lösungsvorschläge. Die Klasse macht Lösungsvorschläge.
4. Schritt: A und B einigen sich.


Gemeinsam lernen


Jahrgangsgemischter Unterricht

Im Schuljahr 1998/99 hat sich das Kollegium der Grundschule Haslach zur Teilnahme am Projekt „Schulanfang auf neuen Wegen“ gemeldet. Dies beinhaltete u.a. die Einführung des jahrgangsgemischten Unterrichts in den Anfangsklassen 1/2. Seit dem Schuljahr 2006/07 unterrichten wir auch in den Klassenstufen 3/4 jahrgangsgemischt.
Folgende Beobachtungen und Erfahrungen haben wir gemacht:

- Nicht alle Schülerinnen und Schüler einer Altersstufe befinden sich auf demselben Entwicklungsstand. In einer altersgemischten Gruppe fällt es leichter, auf die Verschiedenheit der Kinder einzugehen.

- Schülerinnen und Schüler, die keine Geschwister haben, machen Lernerfahrungen und soziale Erfahrungen im Umgang mit älteren und jüngeren Kindern.

- In den jahrgangsgemischten Klassen wachsen die Erstklässler durch Beobachtungslernen, Nachmachen und Mittun in die Klassengemeinschaft hinein.

- Ältere, oft auch jüngere Schülerinnen und Schüler werden zu Experten. Sie geben ihr Wissen weiter, sie reflektieren ihre Lernerfahrungen und festigen diese dabei.

- Auch lernschwache Schülerinnen und Schüler kommen aufgrund ihrer Altersentwicklung in Situationen, in denen sie Jüngeren helfen können. Dies fördert ihr Selbstbewusstsein und ihre Stellung in der Klasse.

- Im Laufe der Schuljahre befinden sich die Schülerinnen und Schüler abwechselnd in einer Geben- und Nehmenposition. Kinder erleben weniger Konkurrenz, dafür mehr Mit- und Füreinander.

- Das Lernumfeld in altersgemischten Klassen ist anregungsreicher und wird den Lernansprüchen unterschiedlicher Schülerinnen und Schüler damit gerechter.

- Selbstständiges Lernen, eigenständige Wissensaneignung und Individualisierung der Lernprozesse sind sehr wichtig für erfolgreiches Lernen mit Langzeitwirkung und erhalten gerade im jahrgangsgemischten Unterricht besondere Gewichtung.

- Gemeinsames Lernen im Klassenverband wechselt mit offenen Unterrichtsformen ab: Arbeit mit Lernkarteien, Wochenplanarbeit, Freies Arbeiten und Lernen an Stationen ermöglichen selbstständiges Arbeiten und individuelle Lernwege.

- Die Lern- und Klassenatmosphäre ist von Selbstständigkeit und gegenseitigem Helfen geprägt. Dies gibt den Lehrkräften Freiräume zur Beobachtung, Beratung und Förderung des einzelnen Kindes.

- Kinder mit Lernproblemen haben die Möglichkeit einer längeren Verweildauer, ohne die Bezugsgruppe wechseln zu müssen. Dabei wird individuell entschieden, welche Lerninhalte wiederholt oder vertieft geübt werden.

- Ein verkürztes Durchlaufen der Grundschulzeit ist ebenfalls möglich.
Die jahrgangsgemischte Unterrichtsform bietet hierfür besonders günstige Bedingungen, da die Schülerinnen und Schüler an den Angeboten verschiedener Jahrgangsstufen teilnehmen können.

Wie setzen wir jahrgangsgemischten Unterricht an unserer Schule um?

Die Grundschule Haslach hat vier Klassen, zwei jahrgangsgemischte Klassen 1/2 und zwei jahrgangsgemischte Klassen 3/4. Die Schülerinnen und Schüler werden nach den Vorgaben des Bildungsplanes unterrichtet und ihrer Klassenstufe entsprechend beurteilt.

In den Fächern Deutsch, Mathematik und im Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur arbeiten wir häufig in offenen Unterrichtsformen (z.B. Wochenplan, Lernen an Stationen, Freies Arbeiten), in denen sich Schülerinnen und Schüler einer Klasse zur gleichen Zeit mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigen.

In Deutsch und Mathematik arbeiten die Schülerinnen und Schüler an Lehrprogrammen, die allen ermöglichen, in ihrem Tempo die geforderten Lernziele zu erreichen.

Den Fächerverbund Bewegung, Spiel und Sport, die Fächer Englisch und Religion sowie die musikalischen und künstlerischen Inhalte unterrichten wir im Klassenverband.

Einführungen zu einzelnen Themen finden für alle zusammen statt. Zur Vertiefung des Themas können sich z.B. Teilgruppen oder einzelne Schülerinnen und Schüler mit der Lehrerin zusammenfinden. Während dieser Zeit arbeiten die anderen selbstständig an ihren Aufgaben weiter.

Durch einzelne Doppelbesetzungsstunden besteht die Möglichkeit, ab und zu nach Klassenstufen getrennt zu unterrichten.


Zusammen musizieren


Musik und Bewegung: Ein Schwerpunkt im Schulcurriculum

Ein vertiefter Musikunterricht in Verbindung mit dem Erlernen eines Instruments hat über den Erwerb musikalischer Kompetenz hinaus positive Wirkungen für die Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen.

Im Erziehungs- und Bildungskonzept und im Leben unserer Schule spielen Musik und Bewegung eine tragende Rolle.

Wir wollen, dass Musik und Bewegung weitgehend in den Unterricht aller Fächer und in den gesamten Schulalltag hinein wirken. Fest verankert sind Musik und Bewegung in der täglichen Einstimmung und in einer Bewegungs- und Tanzstunde.

Unsere Zielsetzung ist es Musik ganzheitlich, auf vielfältige Art, erfahrbar zu machen. Zudem sehen wir die spezifisch musikalischen Aufgaben des Musikunterrichts und die Notwendigkeit, musikalische Fähigkeiten systematisch aufzubauen.

Wir wollen Freude und Interesse an Musik vermitteln, damit Lebensgeschichten entstehen können, in denen Lebensqualität sich durch die Beschäftigung mit der Musik steigert und Musik zur Freizeitgestaltung beitragen kann.

Für das Gelingen der musikalischen Erziehung verfügt unsere Schule über eine sehr gute Ausstattung an Instrumenten.

Musikalische Einstimmung

Der Unterricht beginnt an der Grundschule Haslach mit der musikalischen Einstimmung. Täglich wird von 8:00 – 8:30 Uhr in den Klassen musiziert. Inhalte der musikalischen Einstimmung können sein: Musizieren mit der Mundharmonika, Monatslied, Monatsgedicht, englische Lieder, Rhythmusspiele, ein Thema aus dem Lernbereich Musik.

Musizieren mit der Mundharmonika

Alle Schülerinnen und Schüler lernen das Musizieren auf der Mundharmonika in Niveaugruppen. Neben der Freude am Musizieren erlernen die Schülerinnen und Schüler musikalische Grundbegriffe und das Zusammenspiel mit anderen.

Bewegungs- und Tanzstunde

In festen Tanzformen und in der Bewegungsimprovisation entdecken und erproben die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt ihrer Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten.

Rhythmus und Sprache

Im Unterricht haben Rhythmusspiele und das Erlernen einer einheitlichen Rhythmussprache einen festen Platz. Mit dem Monatsgedicht wird die Sprache und das Gestalten mit ihr in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt.

Singen

Beim täglichen Singen von traditionellen und neueren Liedern machen die Schülerinnen und Schüler vielfältige Erfahrungen mit ihrer Stimme. Jeden Monat wird zudem ein Monatslied aus dem Liederkalender der Stiftung „Singen mit Kindern“ gelernt.

Schulchor

Am Schulchor nehmen Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-4 teil. Im Chor werden anspruchsvolle Lieder gelernt und erste Erfahrungen mit der Mehrstimmigkeit gemacht.

Instrumental-AG

Schülerinnen und Schüler der Klassen 3/4 können die Instrumental-AG besuchen. Es besteht die Möglichkeit, sowohl ein eigenes Instrument mitzubringen, als auch ein Instrument aus dem Fundus der Schule zu spielen.

Feriensingen – Schulvorspiel – Schulkonzert

Vor jedem Ferienabschnitt zeigen beim Feriensingen alle Klassen im Mehrzweckraum einen Teil ihrer musikalischen Arbeit. Das Schulvorspiel findet einmal im Schuljahr abends statt. Hier können die Klassen, der Schulchor und die Instrumental-AG vor Eltern, Verwandten und Freunden auftreten und zeigen, was sie gemeinsam gelernt haben.
Alle vier Jahre findet ein großes Schulkonzert in Zusammenarbeit mit Chorrage Gesangverein "Eintracht" Haslach statt.

Das Theaterspiel

Das Theaterspiel findet in den Klassenstufen 1/2 in Form des Elementaren Musiktheaters und in den Klassen 3/4 in der Zusammenarbeit mit einer Theaterpädagogin statt.